Kurzmitteilung

Umgezogen!

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So, ich hab’s nun geschafft, WordPress auf meinen eigenen Server zu ziehen und somit auch meinen Blog dorthin zu transferieren. Das heißt, ab sofort findet ihr meinen Blog direkt unter www.fg-dc.com unter „Blog“.

Hier wird also nichts mehr geposted, aber ich würde mich natürlich freuen, wenn ihr mich auf meiner Website mal besuchen würdet und dort meinen geistigen Ergüssen frönen würdet!

And in english, too:

I transferred my blog to my own website. You can read my recently updated blog now at www.fg-dc.com.

I hope, I will see you there!

Commerzbank … falsches Zeichen zur falschen Zeit

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Jedes mal, wenn ich den Fernseher einschalte. Jedes mal, wenn Werbung läuft. Jedes mal frage ich mich: Warum? Warum lernt so manche Bank nicht aus der recht jungen Vergangenheit? Warum denkt man, man kann weiter machen wie bisher?

Dass die Banken ihre Kunden für dumm halten, ist seit 2008 kein Geheimnis mehr. Dass sie sich darüber aber noch öffentlich „lustig machen“ und denken, die Menschheit merkt es nicht, ist leider ein Armutszeugnis. Die Commerzbank ist dieser Tage ein blendendes Beispiel für solch eine Unverschämtheit. Mit ihrem Werbespot, der den geldgeilen, egoistischen und dummen Kunden ansprechen will, der aber nach der Wirtschaftskrise selten geworden ist. Wir haben aus unseren Fehlern gelernt. Die Banken leider nicht.

Bereits in der Mitte des letzten Jahres hat sich die Commerzbank mit einem Plakatmotiv recht unbeliebt gemacht. Unter dem Motto „Aus Dresdner Bank und Commerzbank wird ein Team“ lächelt uns eine Armee von künstlichen, schmierigen Bankberatern auf dem Plakat entgegen und macht uns eigentlich eher Angst. Einladend ist das ganze nicht. Und menschlich wirkt es auch nicht. Ich mag Photoshop ja auch sehr gern, aber man muss dem Praktikanten auch mal sagen, dass es gut ist. Eine ausführliche Diskussion zum Plakat und dessen Wirkung gibt es im Designtagebuch von Achim Schaffrinna, deswegen möchte ich hier gar nicht näher darauf eingehen.

Worauf ich aber eingehen möchte ist die aktuelle Imagekampagne in Form des TV-Spots.

Wem fällt etwas auf? Richtig: Der Spot erinnert sehr an die Imagekampagne von Ergo, die ich sehr gut fand, die Ähnlichkeit des ersten Spots damals aber schon Aufsehen erregt durch seine Ähnlichkeit mit einem Ausschnitt aus John Cusack’s Film „High Fidelity“. Wäre man böse – oder vielleicht auch ehrlich – könnte man dem Commerzbank-Spot nun vorwerfen, dass er ein Plagiat eines Plagiats ist. Gute Arbeit. Aber bildet euch selbst eine Meinung. Hier der Ergo-Spot im Vergleich mit High Fidelity:

Aber das ist noch nicht mal das Schlimmste am ursprünglich erwähnten Commerzbank-Spot. Das Schlimmste ist die Botschaft, die mehr bewusst als unterbewusst dem Betrachter zugespielt wird: „Ich will mehr…“ Immer und immer wieder höre ich diese drei Worte. Und exakt 11x in 30 Sekunden höre ich das Wort „mehr“. Das sind durchschnittlich alle 2,73 Sekunden. Und einmal darf ich es sogar noch im Unternehmensclaim „Gemeinsam mehr erreichen“ lesen. Das nenne ich eine gelungene Penetration. Die Botschaft kam an: Ich soll egoistisch sein, ich muss mehr aus meiner Kohle machen, ich will auf mehr Märkte, ich will mehr Berater, ich will mehr, mehr, mehr.

Aber Moment: Dieser Wille, ja fast schon diese Sucht nach Mehr … hat uns das nicht in die Wirtschaftskrise geritten. Und wer wollte mehr, mehr, mehr? Richtig: Die Banken!

Und heute, da mehrere europäische Länder auf der Kippe stehen, Amerika im August kurz vor der Staatspleite stand, in dieser Zeit will mir die Commerzbank sagen, dass es immer noch um mehr geht? Verstehe ich da was falsch, oder macht die Commerzbank hier vielleicht etwas falsch? Setzt sie ein Zeichen, das heute nicht angebracht ist? Sollte man nicht den Unternehmensclaim „Gemeinsam mehr erreichen“ nicht eher auf das erste Wort fokussieren? Oder steht das „Gemeinsam“ nur für finanzstarke Kunden, denen das Umfeld egal ist, weil sie schon genug Geld haben? Aber selbst dann, sollte jedem bewusst sein: Wenn wir so weitermachen wie bisher, wenn wir einfach immer nur mehr wollen, dann bleibt am Ende gar nichts mehr. Dann geht es darum, wer die größten Felder und die besten Ernten hat, weil Geld nichts mehr wert ist.

Liebe Commerzbank, besinnt euch bitte auf die wahren Werte im Leben und nicht nur auf monetäre Werte. Ich weiß, dass ihr wirtschaftlich arbeiten müsst. Aber bitte nicht um jeden Preis. Und vor allem nicht um den Preis, das Vertrauen der Kunden und Öffentlichkeit zu verlieren. Das ist keine gute Markenbildung.

Ich will, dass ihr mehr nachdenkt, bevor ihr etwas sagt. Ich will, dass ich mehr Vertrauen in euch haben kann. Ich will, dass ich mich bei euch sicher fühle. Ich will, dass ihr mir das Gefühl gebt, ihr seid fair und keine Egoisten.

Mehr will ich gar nicht.

Der unendliche Unsinn im Internet

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Auf der Suche nach aktuellen Studien zur Markenbildung & Employer Branding stieß ich heute per Zufall bzw. via Google auf einen Blog-Artikel eines Vertriebsmannes mit „15 Jahren Erfahrung im Vertrieb von Markenprodukten“. Die recht plakative Headline hat mich neugierig auf den Artikel gemacht: „Unternehmen als Marke! Ein einzigartiges Logo wirkt Wunder!“

Gut, erstmal sehr laut, aber noch nachvollziehbar. Im Geiste habe ich mir die Essenz des Artikels schon ausgemalt: Die Logoentwicklung dem Profi überlassen; Design muss den Unternehmenswerten und dem brand core angepasst sein; anständige Analyse des Markenkerns; Abgleich des Designs mit den Unternehmenszielen; et cetera pp.

Im Prinzip fängt der Artikel auch gar nicht schlecht an:

Der Titel sagt eigentlich schon alles. Kunden kaufen aus zwei Gründen. Zum einen, weil Sie in dem Produkt ihren klaren Nutzen erkennen und durch den Kauf des Produktes ein bestimmtes Bedürfnis befriedigen wollen.

Und zum anderen, weil ein Vertrauen zu dem Unternehmen bzw. zum Verkäufer da ist. Vertrauen spielt beim Kauf eine sehr große Rolle. Wenn nicht sogar die Größte.

Große Marken machen es vor. Wer beim Kunden Vertrauen schaffen und aufbauen möchte schafft das viel einfacher, wenn er sein Unternehmen als Marke positioniert. Eine bekannte Marke schafft Vertrauen.

Aber dann wurde ich etwas überrascht und vor den Kopf gestoßen mit folgendem Absatz aus dem Artikel:

Wenn Ihnen nichts geniales einfällt, oder Sie nicht gerade der Zeichnungsprofi sind, gibt es im Internet Webseiten, bei denen Grafiker und Unternehmer zusammengebracht werden. Sie geben da einfach ein Logo in Auftrag und warten ab, was Grafiker und zum Teil auch Studenten für Sie entwerfen. Das Beste nehmen Sie dann! Diesen Service bieten pfiffige Studenten für ein paar Euro an. Das freut das Schwabenherz 😉

BITTE? Hab‘ ich da gerade richtig gelesen?

Unverständnis, Ratlosigkeit, Sprachlosigkeit, Wut. Das waren so ungefähr die Gefühle, die ich dann empfand. Alle auf einmal!

Nochmal das Zitat aus dem Beginn des Artikels:
„Wer beim Kunden Vertrauen schaffen und aufbauen möchte schafft das viel einfacher, wenn er sein Unternehmen als Marke positioniert.“

Zusammengefasst will mir der Artikel also sagen, dass eine Marke, darin besteht, dass sie ein Logo hat, das ich mir von einem Möchtegern-Designer oder Studenten habe machen lassen, der über das Unternehmen nichts weiß? Hauptsache günstig?

HACKT’S, ODER WAS?

Eine richtige Marke, die Vertrauen bei den Kunden, bei den Mitarbeitern, bei der Öffentlichkeit, bei Geldgebern und bei Politik Vertrauen schaffen soll, soll also ein x-beliebiges, austauschbares Logo auf einer Studentenplattform ausschreiben? Und der Hauptgrund ist, weil man Geld spart? Sehr vertrauenswürdig.

Entschuldigung, lieber Blogger, aber du hast da was komplett falsch verstanden. Ein Logo macht noch lange keine Marke. Eine Marke braucht einen Kern, ein Denken, Grundprinzipien und Richtlinien. Eine Marke braucht ein Herz und einen Verstand. Und nicht nur eine Krawatte (soll jetzt mal Symbol für das Logo sein).

Lies dir vielleicht erstmal bei Wikipedia durch, was eine Marke bedeutet und was Markenbildung heißt. Dann, erst dann, solltest du das Wort „Marke“ je wieder in den Mund nehmen.

Der einzige Grund, der diesen Artikel rechtfertigen würde, wäre die Tatsache, dass die von dir angepriesene Website auch dir gehört, auf der man sein Traumlogo entwickeln lassen kann. Oder du hast richtig viel Geld dafür bekommen.

Ich kann nur hoffen, dass Unternehmer, die diesen Blog lesen, exakt diesen Eintrag nicht ernst nehmen und sich lieber an einen Profi wenden, der von Markenbildung eine Ahnung hat. Denn dieser Artikel ist genau ein Grund, warum sich kleine und mittelständische Unternehmen wundern, dass ihre Marke nicht funktioniert …

Unsinn aus dem Internet

Markenbildung? Fehlanzeige! Ein Logo macht noch keine Marke!

We’ll miss you, Steve

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It’s a sad day, not only for the Apple-community, but for the whole world. No other man influenced our daily lifes in the last 30 years like this man. His visionary spirit, his ambition and his karma will never be forgotten.

Steve, we will miss you, but we will never forget you. Your idea will live on in all of us!

Rest in peace.

Steve Jobs, 1955–2011

Steve Jobs, 1955–2011

 

Edit: This article was originally posted on october, 6th, 2011 and then transferred to this blog.

F**K, I AM STUCK …

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Download now for free! "FUCK, I AM STUCK" by Florian Grebner

Download "F**K, I AM STUCK …" for free!

Here’s some promotion, for my new ebook.

In this first edition of „F**K, I AM STUCK – a brief guide to solve problems“, I am talking about the problems that every creative had at least once in his lifetime – normally more than this: Being out of creativity, having no ideas, don’t knowing, where to start.

I give some advices for getting through these hardest times for a creative. It’s written honest, funny and true – and in english.

It’s filled with my experiences as a creative director in an advertising agency and some suggestions for solutions. Download it for free (only pay with a tweet). If you don’t have twitter, write an e-mail and I’ll send this ebook to you!

Have fun reading! For comments, recommendations and improvement suggestions just write a mail or leave in the comments here. Thanks!

And share this, if you like!

The Design-Übermensch

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He is the one person you think of, when you think of modern industrial design. His designs have been revolutionary in the 60’s and 70’s and are timeless today. The influence of his work, lasts until today. Dieter Rams.

He was chef designer for Braun and for Vitsœ. His works are famous until today, like the record player SK4 („Schneewitchensarg“) for Braun or the 606 Universal Shelving System by Vitsœ in 1960. It was always about the perfect interaction of form and functionality – today we say User Experience (UX). He is maybe the biggest influence for Apple’s todays design under Jonathan Ive.

This is the immortal legacy of Dieter Rams. His „ten principles for good design“ are famous and every designer – not matter is fashion design, print design, industrial design, screen-design – needs to know them. Especially if he wants to break them.

„The ten principles for good design“

Good design is innovative
The possibilities for innovation are not, by any means, exhausted. Technological development is always offering new opportunities for innovative design. But innovative design always develops in tandem with innovative technology, and can never be an end in itself.

Good design makes a product useful
A product is bought to be used. It has to satisfy certain criteria, not only functional, but also psychological and aesthetic. Good design emphasises the usefulness of a product whilst disregarding anything that could possibly detract from it.

Good design is aesthetic
The aesthetic quality of a product is integral to its usefulness because products we use every day affect our person and our well-being. But only well-executed objects can be beautiful.

Good design makes a product understandable
It clarifies the product’s structure. Better still, it can make the product talk. At best, it is self-explanatory.

Good design is unobtrusive
Products fulfilling a purpose are like tools. They are neither decorative objects nor works of art. Their design should therefore be both neutral and restrained, to leave room for the user’s self-expression.

Good design is honest
It does not make a product more innovative, powerful or valuable than it really is. It does not attempt to manipulate the consumer with promises that cannot be kept.

Good design is long-lasting
It avoids being fashionable and therefore never appears antiquated. Unlike fashionable design, it lasts many years – even in today’s throwaway society.

Good design is thorough, down to the last detail
Nothing must be arbitrary or left to chance. Care and accuracy in the design process show respect towards the consumer.

Good design is environmentally-friendly
Design makes an important contribution to the preservation of the environment. It conserves resources and minimises physical and visual pollution throughout the lifecycle of the product.

Good design is as little design as possible
Less, but better – because it concentrates on the essential aspects, and the products are not burdened with non-essentials.

Back to purity, back to simplicity.

Dieter Rams at Vitsœ

Dieter Rams at Vitsœ

Some works of Dieter Rams for Braun & Vitsœ:

Braun L01 speaker      Braun TP1

Braun Wall mounted radio     Vitsœ 606 Universal shelving system

Sources:
http://www.vitsoe.com/en/gb/about/dieterrams/gooddesign
http://blogrizzard.blogspot.com/2009/08/braun-vs-apple-inspiration-or.html
http://www.netzwelt.de/news/88137-oeffnung-ausstellung-apples-design-hamburg.html

Apps für Kreative

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Wer kennt sie nicht, die kleinen, fleißigen Helferlein, die unseren Alltag erleichtern (sollen). Hier ist meine erste Sammlung der Helferlein für iPad und iPhone, mit dem Fokus, die Kreativen im Ideenfindungs- und Kreationsprozess zu unterstützen.

1. Cool Hunting (Link)

Eine erstklassige Inspirationsquelle, die sich ständig aktualisiert und in verschiedene Sparten unterteilt ist, so dass man gezielt suchen kann. Aber Inspiration kennt ja bekanntlich keine Branchen und Grenzen.

Cool Hunting


2. Bamboo Paper
(Link)
Eine von vielen Apps, die dir erlaubt, Skizzen und handschriftliche Aufzeichnung in einem Notizbuch festzuhalten. Ein paar Bücher sind gratis, danach kann man mehr kaufen für die kleine Spende von 1,59 €. In Zusammenspiel mit dem Bamboo Stylus für’s iPad, lassen sich schnell Aufzeichnungen machen. Das Schriftbild ist eines der besten.

Bamboo Paper


3. Infographics
(Link)
Infographics ist eine App, die Infografiken aus dem Internet sammelt und gebündelt an „suchfaule Kreative“ weitergibt. Teilweise sind die Statistiken stark Amerika-lastig, aber auch international gültige Stats sind dabei. Schön aufbereitete Infografiken mit Links zu den Originalen auf den Ursprungs-Websites.

Infographics


4. Reuters Galleries
(Link)
Bilder sagen mehr als Tausend Worte. Diese App bringt die Top-Fotos und -Videos vom Nachrichtendienst Reuters auf’s iPad. Man bleibt immer aktuell und sieht einige inspirierende Fotos.

Reuters Galleries


5. HootSuite
(Link)
Twitter, Facebook, LinkedIn, FourSquare: Wir nutzen Social Media zur gefilterten Informationsgewinnung und -verbreitung. Doch langsam wird’s unübersichtlich. HootSuite hilft dabei und bringt die wichtigsten Social Media-Plattformen in einer App auf’s iPad und iPhone.

HootSuite


6. Idea Flight
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Du bist der Pilot, die Kunden die Passagiere. Das ist die Idee von Idea Flight. Du startest eine Präsentation auf dem iPad als PDF und andere Teilnehmer können mit ihren iPad’s live mitschauen. Für die Passagiere kostenlos, für den Piloten 7,99 Euro. Normalerweise müssen doch die Passagiere zahlen, oder?

Idea Flight

Natürlich gibt es noch viel viel mehr Apps für Kreative, die ich in nächster Zeit gerne auch vorstellen werde. Für Tipps und Anregungen bin ich natürlich auch gerne offen.

Think before you print … Das WWF-Format

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Wer kennt sie nicht, die schlauen Sprüche ganz am Ende von E-Mails á la „Schützen Sie die Umwelt und überlegen Sie sich zweimal, ob Sie diese E-Mail wirklich ausdrucken müssen“.

Erstens ist es fragwürdig, ob man diesen Zusatz, meist in 5pt-Schrift geschrieben, überhaupt wahrnimmt und zweitens wieviel Wirkung das am Ende hat. Eine wirkungsvollere Idee hatte da der WWF (World Wide Fund for Nature) gemeinsam mit Jung von Matt: Das WWF. Ein PDF-Format, das man schlicht und einfach nicht ausdrucken KANN. Simpel gedacht und gut umgesetzt. Zum Öffnen des WWF-Formats reicht der Acrobat Reader völlig aus. Ich habe also als Empfänger keinerlei zusätzlichen Aufwand. Und als Ersteller eines WWF reicht die kostenlos downloadbare Software unter www.saveaswwf.com.

Das WWF-Format

Für diese Idee hat Jung von Matt übrigens den Grand Prix beim diesjährigen ADC Germany-Festival gewonnen. Vollkommen zurecht wie ich finde. It’s simple and clever!

Facebook vs. Apple

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Nach dem anfänglichen, zugegebenermaßen mit Freude erwarteten, Betrachten des Live-Streams der f8 Konferenz von Facebook in der letzten Woche, habe ich nach den ersten 15 Minuten nicht nur gedanklich abgeschalten sondern tatsächlich die Übertragung gestoppt. Und das lag nicht etwa an den Neuerungen, die Marc Zuckerberg versucht hat, uns anzupreisen. Es war überhaupt nicht das „Was“, sondern das „Wie“: Jeder, der schonmal eine Apple Keynote mit Steve Jobs gesehen hat, fühlte sich am Donnerstag stark daran erinnert. Aber nicht etwa, weil uns Zuckerberg in den Bann ziehen konnte, wie Steve Jobs es tat. Dabei hat er sich doch alle Mühe gegeben, so zu sein wie Steve Jobs. Die gleichen Floskeln („It’s fantastic!“, „We are so excited about this!“), die gleiche Gestik, aber eines war anders – richtig:

1. Es war nicht Steve Jobs, der sich dieses Flair jahrelang antrainiert hat und einfach ein Charisma besitzt, der da auf der Bühne stand.
2. Mark Zuckerberg versuchte uns, Mist für Gold zu verkaufen.

Bitte nicht falsch verstehen: Ich bin zwar ein absoluter Mac-Fan (ich bin Besitzer eines iPhones, zweiter iPads, eines MacBook Pro’s einer Time Capsule, eines iPod’s, etc. pp.), weiß aber sehr wohl, das nicht alles gut, fantastisch oder gar magisch ist, wie Steve Jobs es uns zu glauben machen versuchte. Aber eines hat Steve Jobs verstanden:

Steve Jobs hat es geschafft, etwas Technisches mit so viel Liebe zum Detail, mit so viel Leidenschaft und vor allem mit einem praktischen Aspekt so mit Leben zu erfüllen, dass wir es haben wollten, ja sogar mussten, damit unser Leben einfacher wird.

Bei ihm stand nicht das Produkt im Vordergrund, sondern der Nutzen für den Anwender. Das Einfache. Die Vorteile für mich als Nutzer. Und ich bekam eine Bindung zum Produkt auch einer emotionalen Ebene, nicht auf einer sachlichen. Ich vertraue Steve Jobs und ich vertraue Apple.

Mark Zuckerberg steht als schlechter Jobs-Imitator auf der Bühne und ist noch zu sehr Geek, ein Opfer seiner Leidenschaft: Der Technik. Er hat es nicht verstanden, dass nur ein Bruchteil seiner 800 Millionen Kunden auf die Technik hinter Facebook steht. Der Rest sind „einfache“ Menschen, die Facebook als soziale Plattform verstehen, sich mit anderen Menschen auszutauschen. Und nur weil sie das via Internet tun, bedeutet es nicht, sie sind Geeks.

Zuckerberg hat es nicht geschafft, die Begeisterung für sein Produkt, auf seine Kunden zu übertragen. Er hat das Gegenteil erreicht. Viele wissen eigentlich gar nicht, was da gesagt wurde, was die Konsequenzen sind. Und deswegen sind sie jetzt eingeschüchtert und haben Angst, vor dem, was sie nicht verstehen und kennen.

Die Rechnung wird Zuckerberg jetzt präsentiert: Viele Beschwerden, viel Zurückhaltung, die Menschen machen dicht. Wird Facebook untergehen? Ich glaube nicht. Wir haben uns schon zu sehr an Facebook gewöhnt, als das wir es einfach so abschalten könnten. Es würde etwas fehlen. Ein wichtiger Teil unseres Lebens. Ein wichtiger Teil unserer sozialen Gemeinschaft. Facebook wird weitergehen. Die Frage ist aber, zu welchem Preis. Viele starten Facebook mit einem unguten Gefühl. Klar, wir werden uns daran gewöhnen, dass unsere Daten gesammelt werden (was vorher ja auch schon passierte, nur wussten es die Wenigsten) oder dass wir jetzt noch mehr von uns der Öffentlichkeit preisgeben. Die inneren Blockaden und Zweifel werden fallen. Wir lassen uns mehr gefallen.

Doch für Mark Zuckerberg fehlt eines, um wie Steve Jobs zu sein: Eine Marke, der man glaubt und vertraut.
Aber die Hoffnung ist nicht verloren: Jobs war in jungen Jahren auch nicht der, der er heute ist und Zuckerberg ist j noch jung. Er wird in seinem Leben noch viel dazulernen.